Seite der Familie Kleist aus Hanau - Großauheim
 

Zum Wappen der Familie Kleist

Die Familie Kleist ist die nachweisbar älteste Familie der süderdithmarscher Marschen. Wir wissen von ihr, weil Kaiser Friedrich Barbarossa 1180 auf seinem siegreichen Feldzuge gegen Rom einen Kleist aus Thetmarisgoha, das heißt Dithmarschen, zum Ritter schlug. Dieser Kleist sagte aus, daß er ein freigeborener Friese aus Thetmarisgoha wäre, wohin seine Vorfahren vor mehr als hundert Jahren aus Westfriesland gekommen wären. So berichten die adligen Kleist als bekannt gewordene preußische Soldatenfamilie über ihre Herkunft (Siehe: Knetschke Deutsches Adelslexikon). Der 1180 zum Ritter geschlagene Kleist war der Begründer dieser Soldatenfamilie, der unter anderem Ewald von Kleist angehört, der unter Friedrich dem Großen diente und als Dichter die Taten seines Königs besang. Er wurde in der Schlacht bei Kunersdorf 1759 schwer verwundet und erlag bald darauf seinen Verletzungen. Ein jüngeres Mitglied dieser Familie war der Dramatiker Heinrich von Kleist und zugleich preußischer Leutnant. Er lebte zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, als Napoleon Preußen demütigte und wählte mit seiner Freundin Henriette Vogel den Freitod, weil er die Schmach des Vaterlandes nicht überleben zu können glaubte.

 

Es ist für die Familie Kleist weiter bedeutungsvoll, daß ihr Name von Kles = der fetten Marscherde = hergeleitet wird. Das bezeugt, daß sie zu den Ansiedlern auf den ersten Warften des angeschwemmten Landes gehörten.

 

Wir glauben deshalb nicht fehlzugreifen, wenn wir der Familie Kleist als Wappen im geteilten Schilde rechts den Queller, das heißt die Urpflanze der Marschen, und links den Fisch geben, da die Fischerei das Urgewerbe der Küstenbewohner war. Der grüne Queller wäschst im silbernen Felde, der silberne Fisch stehend im roten Felde. Dazu haben wir den Wappenspruch: "Alt und Ehrbar" geprägt. Denn ehrbar ist die Familie bis heute geblieben und ihres hohen Alters würdig.

 

Aber trotz ihres hohen Alters ist die Familie Kleist noch sehr lebensfähig. Sie gehört noch heute dem Bauernstande und dem Fischereigewerbe an, wenn auch einzelne Mitglieder hier und da in andere Berufe übergriffen und sich sozialer Tätigkeit widmeten.

 

Helene Höhnk

©2009 NOK